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 Freiwillige Feuerwehr Steinefrenz

-1964 - 1989-

 


Zu allen Zeiten haben die Menschen nicht nur den Nutzen, sondern auch die
Gefahren des Feuers erkannt. Deshalb waren in allen Gemeinden die erwachsenen männlichen Bürger zwischen 18 und 60 Jahren zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet.

Jedoch bald zeigte sich, dass eine Pflichtfeuerwehr in Zukunft nicht mehr den auf sie zukommenden Aufgaben gerecht werden konnte. Es galt daher, eine neue Organisationsform der Feuerwehr zu schaffen.

Aus diesem Grund wurde am 6. Juli 1964 in der Gastwirtschaft Schöpping die Freiwillige Feuerwehr Steinefrenz gegründet. Schon seit geraumer Zeit war Bürgermeister Alois Hübinger bestrebt, den Brandschutz innerhalb der Gemeinde auf eine freiwillige Basis zu stellen. Die Einsicht, dass es dringend notwendig sei, eine festgeordnete Löschmannschaft im Ernstfall zur Stelle zu haben, wenn es galt, des "Nächsten" Leben, Hab und Gut vor dem Feuer zu schützen, beflügelte die Männer nun, mit Eifer bei der Sache der neuen Feuerwehr zu sein. Kreisbrandinspekteur Walter Ortseifen aus Nomborn sprach über den Sinn und Zweck einer freiwilligen Wehr. Nach eingehender Ausprache wurden Erwin Hannappel zum Wehrführer und Norbert Hübinger zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Dem Vorstand gehörten des weiteren Emil Hannappel als Gerätewart, Josef Hannappel als Geschäftsführer und Walter Malm als Kassierer an.

Bis zum Jahresende hatten sich 35 Männer bereit erklärt, aktiv in der Feuerwehr tätig zu sein. Die noch vorhandene Ausrüstung der Pflichtfeuerwehr wurde von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen. Im einzelnen bestand sie aus:

  • 18 Arbeitsanzüge
  • 10 ehemalige Wehrmachtshelme
  • 1 Pumpe TS8 (Baujahr 1958)
  • 3 C-Strahlrohre
  • diverse B- und C-Schläuche
  • 2 Einreißhaken
  • 1 Ausziehleiter

Als Gerätehaus diente das ehemalige Backhaus, an dem im Jahr 1965 in Eigenarbeit ein Tor an der Giebelseite an gebracht wurde.
Den ersten Einsatzwagen, eine Ford FK 1250 KO, erhielt die junge Wehr Ende 1964 als Geschenk von Herrn Deflize. Die Aktiven richteten das Fahrzeug in vielen Stunden selbst für die feuerwehrtechnischen Belange her. Zum äußeren Erkennen der Feuerwehrmänner wurden im Mai 1965 insgesamt 30 Uniformjacken und die entsprechenden Mützen angeschafft. Hierzu mußte, da keine Mittel seitens der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurden, ein Kredit in Höhe von damals 3000,-DM aufgenommen werden. Die zu den Jacken passenden Hosen und Binder stellten die Aktiven selbst.



Vom 25. bis 27. Juni 1966 feierte die Freiwillige Feuerwehr Steinefrenz ihr Gründungsfest. Den Auftakt bildete ein glanzvoller Kommers im Festzelt am 25. Juni, zu dem der Festvorsitzende Helmut Groß ein "volles Haus" begrüßen konnte.

Bereits am Nachmittag hatte Pfarrer Schnurr das Feuerwehrfahrzeug eingesegnet. Den Toten der Gemeinde war in einer anschließenden Feier auf dem Friedhof gedacht worden. Am nächsten Tag veranstalteten die Wehren der Nachbardörfer eine große Schauübung an der Schule, wobei die Wehr aus Nentershausen das Schaumlöschverfahren demonstrierte. Höhepunkt des sonntäglichen Geschehens war der große Festzug durch die Straßen des Dorfes. Trotz des schlechten Wetters zeigten die Wehren des Kreises einen guten Kameradschaftsgeist und hatten sich zahlreich eingefunden, um ihre Verbundenheit mit der jungen Wehr auszudrücken. Durch die Einnahmen dieses Festes konnte der Kredit getilgt werden und darüber hinaus überhaupt erst eine solide finanzielle Grundlage geschaffen werden.

Im November 1969 wurde ein ehemaliges Fahrzeug der Bundeswehr der Marke "Borgward" in Darmstadt käuflich erworben und wieder in Eigenleistung zum Einsatzfahrzeug umgebaut. Die Einsegnung als Gerätewagen nahm Pfarrer Schlitt im April 1970 im Rahmen einer kleinen Feier vor.



Der amtierende Wehrführer Erwin Hannappel wurde im März 1970 zum Ehrenwehrführer und gleichzeitig der bisherige Stellvertreter Norbert Hübinger zum neuen Wehrführer ernannt.

Um das Interesse des Nachwuchses zu fördern, wurde im September 1969 die Gründung einer Jugendfeuerwehr beschlossen. Als Jugendwart erklärte sich der Aktive Karl Hannappel bereit. Die Jugendwehr hatte an Pfingstsonntag 1970 ihr erstes öffentliches Auftreten im Rahmen einer Schauübung in Nentershausen. Am 15. Juni 1971 trat sie der Deutschen Jugendfeuerwehr bei und ist seitdem bei allen Wettkämpfen sehr erfolgreich.

Im Jahr 1973 konnte, wiederum nach umfangreichen Eigenleistungen, das neue Gerätehaus im ehemaligen Schulgebäude an der Hauptstraße bezogen werden. Die Einweihung des neuen Domizils erfolgte am 28. und 29. Juli des gleichen Jahres. Im weiteren Verlauf des Jahres übergab die Gemeinde der Wehr zur Aufstockung der Ausrüstung eine vierteilige Feuerwehrleiter.

Mit der kommunalen Neugliederung gingen im Jahr 1974 die Aufgaben des Brandschutzes auf die Verbandsgemeinde Wallmerod über.

Am 13. Mai 1976 wurde das neue Einsatzfahrzeug, ein Ford Transit, bei einem Ausrüster in Karlsruhe abgeholt. Die feierliche Übergabe und die Einsegnung des Tragkraftspritzenfahrzeuges - in Fachkreisen auch TSF genannt - fand am 28. August im Rahmen einer kleinen Feier statt. Alle 14 Verbandsgemeindewehren und Nentershausen als Gastwehr waren anwesend. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Toni Sabel, übergab die Schlüssel und Pfarrer Schlitt nahm anschließend die Einsegnung des Fahrzeugs vor.

Am 23. September 1976 wurden 25 neue Ausgehuniformen angeschafft. Hierfür erhielt die Wehr 20% Landeszuschuss, jeder Aktive mußte damals 60,-DM selbst bezahlen, der Rest wurde aus der Kameradschaftskasse entnommen.

Am 2. Oktober 1976 fand eine Großübung bei der damaligen Firma Raschig, heute Norpro, am Bahnhof von Steinefrenz als Verbandsgemeinde übung statt. Es wurde ein durch die Explosion einer Gasflasche entstandener Brand angenommen, der auch auf den angrenzenden Wald übergriff und die auf dem Bahngelände stehenden Treibstoffgroßtanks gefährdete. Acht Wehren und der Malteser-Hilfsdienst waren im Übungseinsatz, der zur Zufriedenheit aller Beteiligten erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Im Jahr 1977 ergänzte die Verbandsgemeinde die bis dahin nicht ausreichend vorhandene persönliche Ausrüstung der Aktiven. Weiterhin wurde nach dem Einbau einer Sirenenfunksteuerung 1978 eine neue Sirene auf dem Gerätehaus angebracht.

Am 29. und 30. August 1981 konnte die Jugendfeuerwehr auf ihr 10-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festes zurückblicken. Am Nachmittag des ersten Tages rückten die alarmierten Nachbarwehren aus Meudt, Hundsangen, Wallmerod und Dreikirchen zu einer Schauübung an. Brandobjekt war ein Wohnhaus, an dem die Wirkung einer Wasserwand und Maßnahmen zur Rettung von Menschenleben demonstriert wurden. Anschließend führte die Jugendfeuerwehr eine Angriffsübung und die Feuerwehr Meudt die Anwendung der Rettungsschere vor. Auch der Disco-Abend im Festzelt und die Wettkämpfe von zehn Jugendwehren am nächsten Tag trugen zum Gelingen des Festes bei.

In der Generalversammlung am 23.04.1982 wurde aus rechtlichen Gründen der "Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Steinefrenz e.V." gegründet. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und hat sich zum Ziel gesetzt:

1. den Brandschutz, das Rettungswesen und den Katastrophenschutz zu fördern;
2. die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder wahrzunehmen;
3. die Kameradschaft zu fördern und
4. die Jugendfeuerwehr zu fördern und zu betreuen.

Die Versammlung wählte Bernd Sabel zum 1. Vorsitzenden und ernannte Helmut Groß zum Ehrenmitglied.

Am 25. und 26. August 1984 feierte die Wehr ihr 20-jähriges Bestehen. In das Festprogramm war die Abnahme des Feuerwehr-Leistungsabzeichens in Bronze eingegliedert. Alle 7 teilnehmenden Gruppen erfüllten die Anforderungen und konnten bei der anschließenden Verleihung im Festzelt die begehrte Spange entgegennehmen.
Der Festkommers, an dessen Gestaltung die Dorfvereine mitwirkten, fand bei anschließender Tanzmusik erst tief in der Nacht sein Ende. Die im Rahmen dieses Festes eingebundene Familienwanderung am nächsten Tag erzeugte reges Interesse bei der Dorfbevölkerung. Zahlreiche Spiele auf der Strecke erfreuten die Besucher, so dass mit Recht behauptet werden kann, dass das Fest ein voller Erfolg war.


Im Oktober 1984 verpflichtete der Bürgermeister der Verbandsgemeinde die Aktiven zum Feuerwehrdienst; gleichzeitig vereidigte er den stellvertretenden Wehrführer Klaus Reimann.

Im selben Jahr installierte die Verbandsgemeinde im Einsatzfahrzeug ein Funkgerät und stellte eine Tiefsaugpumpe zur Verfügung; weiterhin konnte mit Landeszuschuss und Spenden ein Stromaggregat nebst Zubehör angeschafft werden.

Damit die Wehrmänner ausbildungsmäßig für die Einsätze bestens gerüstet sind, finden im 14-tägigen Rythmus Pflichtübungen statt. Auch Lehrgangsbesuche zur Anpassung der Kenntnisse an den technischen Fortschritt unter Verzicht auf die heutzutage so wichtige Freizeit sind für die Feuerwehrangehörigen Selbstverständlichkeit.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Mitglieder zu fördern, werden jährlich unter anderem ein Ausflug, ein Wandertag und ein Schlachtfest organisiert. Zudem ist es für die Aktiven selbstverständlich, beim Pfarrfest, an Fronleichnam, beim Martinszug und beim Volkstrauertag mitzuwirken.

Zum 25-jährigen Betsehen der Freiwilligen Feuerwehr Steinefrenz, im Jahre 1989, gehören dem Verein 134 Mitglieder und der Jugendfeuerwehr 14 Jugendliche an. Von den 21 aktiven Feuerwehrleuten verrichten der damalige Wehführer Norbert Hübinger und die Kameraden Horst Hannappel, Karl Hannappel und Reinhard Hannappel bereits seit Gründung der Wehr aktiven Dienst.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass sich auch weiterhin genügend Freiwillige zum aktiven Dienst verpflichten, getreu dem Wahlspruch:

Gott zur Ehr,
dem Nächsten zur Wehr

 

 

 

 

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